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Schmerzklinik ist
nach § 40 SGB V von allen
gesetzlichen Krankenkassen als
Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).
HANDGELENKSARTHROSE
Arthrose des Handgelenks
Zunächst zur Anatomie (= Aufbau) des Handgelenks:
Am Handgelen k sind mehrere Knoc hen beteiligt. Der wichtigste ist die Speiche (lat.: Radius). Die Speiche ist für die Bewegung im daumenseitigen Handgelen k zuständig. Auf der Seite des Kleinfingers wird ein kleiner Teil des Handgelenks von der Elle mit ihrem Griffelfortsatz gebildet. Dazwischen, im Bereich der Handwurzel, sind das Kahn- und Mondbein, am Gelenk beteiligt.
| Röntgenbild des Handgelenks: 1) Ulna (= Elle) 2) Radius (= Speiche) 3) Gelenkspalt 4) Processus styloideus ulnae (= Griffelfortsatz der Elle) 5) Os lunatum (= Mondbein) 6) Os naviculare (Kahnbein) |
Eine Arthrose des Handgelenks kann die Eigenversorgung gerade älterer Menschen erheblich einschränken. Schon allein aus diesem Grunde sollten rechtzeitig hilfreiche Therapien durchgeführt werden (siehe unten).
Die Handgelenksarthrose wird auch als Radioca rpal arthrose bezeichnet.
Der Begriff "Handgelenksarthrose" bezeichnet eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte, als Ergebnis zellulärer und geweblicher Stoffwechselstörungen) Handgelenks erkrankung.
Die Handgelenksarthrose ist zunächst eine Erkrankung des Gelenkknorpels, im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Umbildung des knorpelnahen Knochens, einhergehend mit Schmerzen, Schwellungen, Bewegungseinschränkung und Deformierung der beteiligten Gelen ke (siehe unten). Zunächst besteht nur ein Bewegungsschmerz und später treten Ruheschmerzen hinzu. Im Rahmen der Handgelenksarthrose können zudem schubförmig Gelenkentzündungen auftreten. Das Gelen k schmerzt dann verstärkt, schwillt an und wird warm.
Eine Handgelenksarthrose kann sehr unangenehm und schmerzhaft sein und erreicht im Laufe der Zeit das chronische Stadium.
Man unterscheidet die primäre (anlagebedingte) von der sekundären Handgelenksarthrose. Die Ursache der primären Arthrose ist (noch) nicht bekannt.
Die Ausbildung einer Handgelenksarthrose kann durch folgende Faktoren verursacht oder zumindest begünstigt werden:
Überlastungen des Handgelenks und damit der Gelenkknorpel (schwere handwerkliche Arbeit, Sport, auch ständige Computerarbeit etc.)
Handgelenksen tzündungen (z.B. rheumatoide Arthritis)
Unfälle bzw. Verletzungen, bei denen - z. B. durch Frakturen – der Gelenkknorpel beschädigt wurde
Reizung durch lokale Ganglien (= gallerthaltiges Gebilde an Gelen ken und oberflächliche Seh nen des Ha nd- und Fußrückens)
angeborene Fehlstellungen
Auch eine Lunatummalazie (Lunatumnekrose, Mondbeinnekrose, Kienböck Krankheit bzw. Morbus Kienböck) kann zu einer Handgelenkarthrose führen, dabei kommt es zu einer aseptischen (= keimfreien) Nekrose (= lokaler Gewebstod als Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung) des Os lunatum, in der Regel aber nicht vollständig, sondern nur partiell (= teilweise). Im weiteren Krankheitsverlauf löst sich dann der Knochen zunehmend auf, schließlich entsteht die Handgelenkarthrose.
Die Handgelenksarthrose kann sowohl an einer Han d allein oder an beiden Händen gleichzeitig auftreten, d. h. der Befall ist nicht zwingend symmetrisch. Frauen sind von der Handgelenksarthrose wesentlich häufiger betroffen als Männer.
Im Vergleich zu anderen Arthrose formen der Ha nd (Bouchard-Arthrose, Heberden-Arthrose, Rhizarthrose,…) tritt die Handgelenks arthrose aber verhältnismäßig selten auf. Die Problematik der Handgelenksarthrose besteht allerdings darin, daß bei Fortschritt der Erkrankung das Handgelen k nicht mehr funktionsfähig ist und so zu einer massiven Lebenseinschränkung führt.
Die Diagnose einer Arthrose des Handgelenks erfolgt mittels einer Röntgenaufnahme.
Klassische Behandlungen bei einer Handgelenksarthrose:
Operative Therapiemöglichkeiten bei einer Arthrose des Handgelenks:
a) Arthroskopie (Korrektur der Knorpel-Bandscheibe zwischen Elle und Speiche)
b) Transplantation von Muskelgewebe als Gelenkknorpelersatz
c) Kappung bestimmter Nervenbahnen zur Beschwerdelinderung
d) Einsatz einer Gelenkprothese
Medikamentöse Schmerztherapie bei
Handgelenksarthrose:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika
(=
Rheuma
mittel),
aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam.
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib
oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden
Analgetika ((z.B. Tramadol,
Tilidin, Oxycodon (Tilidin
oder Oxycodon auch mit Naloxon) oder Morphin)) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei diesen
Schmerzen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der
Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit
vermieden werden.Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen Schmer
zen hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) oder
Neuroleptika hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
bei
Handgelenksarthrose:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt
werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden
örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen
Betäubungen und Nervenblockade
n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k
wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum)
infiltriert.
Da schmerzhafte Gelen k kann auch mit "Zeel®" umspritzt werden, was
manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommt bei einer anhaltend schmerzhaften
Handgelenksarthrose
die
kontinuierliche Blockade des Plexus
brachialis
(= Armnervengeflecht)
zum Einsatz. Da der
Pl exus
brachial is reich an vegetativen (=
das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt
neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden)
Hemmung auch eine ausgeprägte
Sympathikolyse (=
gefäßerweiternde Wirkung) ein.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%)
bleibt die Motorik (= Muskelkraft) erhalten, so
daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen
möglich
sind.
Die Methode kann zeitgleich
auch beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver
Applikation (= wiederholter Einzelverabreichung)
diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit wären auch wiederholte
Blockaden
(=Betäubungen)
des Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*.
* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) (Lokalanästhetikum) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche (z.B. Arthritis) oder auch degenerative (Handgelenksarthrose !) Prozesse zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.
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